Flipper - Geschichte

Historische Entwicklung – als die Kugel rollen lernte


Der hochkomplizierte Flipper ist eigentlich eine reine Bagatelle. Bagatelle ist das Spiel mit Murmeln, die es in Löchern mit verschiedenen Werten zu versenken galt. Die ersten Bagatelle-Spiele gab es bereits in der griechischen Kultur und sie tauchten dann wieder an einigen europäischen Königshäusern Mitte des 17. Jahrhunderts auf.

Mit den großen 3 Herstellern der späteren Pinballindustrie BALLY, GOTTLIEB und WILLIAMS begann der Boom der Bagatelle-Spiele ab dem Jahr 1871.

Das erste Patent wurde von einen Herrn Redgrave aus Cincinnati, Ohio angemeldet. Die Neuerung war der Kugelabzug im englischen Plunger genannt, mit dem der Ball auf das Spielfeld geschossen wurde. Ab 1901 wurden diese Spielautomaten mit Münzeinwurf ausgestattet und später auch mit Glasabdeckung.

Erst ab 1920 nach dem 1. Weltkrieg ging die Entwicklung der Bagatelles weiter.

Ab 1930 tauchten erstmals die großen Namen wie Harry WILLIAMS und David GOTTLIEB mit ihren Geräten Whiffleund dem berühmten Ballyhoo, welcher um nur 16 USD 75.000 mal verkauft wurde, auf.
Über 100 Firmen, u. a. auch die Jukebox-Firmen starteten mit der Produktion ähnlicher Spiele.
Harry WILLIAMS war es aber wieder vorbehalten Pinball-Geschichte zu schreiben, in dem er mit 6 V Batterien Elektrizität in die Spielkisten einbaute und bestimmteSpielfeldteile beleuchtete.

Anschließend kamen Transformatoren und Tiltpendel in die Geräte. Die Tiltpendel verhinderten zu heftiges Schütteln an den Geräten.

Um mehr Actionspiel zu bekommen, wurde schließlich derBumper erfunden und eingesetzt, welcher beim Berühren der Kugel mittels Kontakt Punkte zählte. Auch Chicago Coin´s war mit dem Buckaroo (15 Bumper zu dieser Zeit vor 1940 schon auf dem Markt).

Wie auch bei den Jukeboxen endete 1942 zum 2. Weltkrieg die Pinball-Produktion bzw. legte eine Pause ein, da die meisten Hersteller wiederum Waffenteile produzierten.

Historische Entwicklung – als die Flipperfinger geboren wurden

„1947“ war es dann soweit, der GOTTLIEB-Ingenieur Harry Maps erfand mehr oder weniger durch Zufall die beweglichen Flipper – jene kleinen ovalen, von einen Gummiring umgebenen Plastikteile, die von den Menschen in Deutschland und auch in Frankreich ihren Namen bekamen.

Die Flipperfingeridee kam von einem Bumper, welcher zufällig angesteuert wurde, ohne das die Kugel den Kontakt aktivierte. Bei den ersten Geräten wurde die Flipperfinger noch gleichzeitig bewegt, nunmehr ist der häufigste Einsatz die getrennte Steuerung des linken und rechten Flipperfingers mit den linken und rechten Druckknöpfen.

Ganz moderne elektronische Geräte schaffen es sogar, im bestimmten Spielformationen die Flipperfinger zu inversieren (Funktion umgedreht) sowie links und rechts zu vertauschen. In den 50-iger Jahren wurden die Backglasses (Flipperscheiben) animiert mit einer tanzenden Ballerina, einem bockenden Pferd oder ähnliches. Hier war GOTTLIEB die Nummer 1 in der Branche.

1954 kam Super-Jumbo auf den Markt, der erste Flipper mit 4 Zählwerken, welcher 4 Spiele zugleich messen konnten – bis dahin gab es nur 1-Mann-Geräte.
Anfang 1960 ging die Ära der Leuchtanzeigen endgültig zu Ende und diemechanischen Zählwerke übernahmen die Punktezählung.

Nun wurden viele Features erfunden, wie die

  • Drop Targets (versenkbare Ziele)
  • The Spinner (horizontal rotierendes Ziel)
  • Open Gate Features (nach Treffen eines bestimmten Zieles, öffnet sich ein Tor und die Kugel konnte wieder zum Kugelabzug zurückrollen)
  • Zipper Flipper (Flipper schlossen sich)
  • Multi Ball (mehrere Kugeln gleichzeitig kamen ins Spiel)
  • Up Post (Zylinder zwischen den Flippern, welche den Abgang der Kugel verhinderte)
  • Bonus Leiter (Punkte wurden gesammelt und nach Ende der Kugel zu addiert)

und vieles mehr. Ab den 70-iger Jahren gab es wiederum eine wesentliche Änderung, die üblichen kurzen 5 cm kurzen Flipper wurden durch längere 7,5 cm Flipper ersetzt.

1976 ging die Ära der elektromechanischen Zählwerke zu Ende und es kamen die elektronischen Zählwerke und damit auch Sound, Musik und noch mehr Wirbel und Klang ins Spiel. In den späten 80-iger Jahren wurden dann die elektronischen Zählwerke durch Multifunktionsanzeigen (Dot-Matrix) abgelöst. Die letzten Flipper, welche gebaut wurden, hatten schon Bildschirme und Spiegeltechnik eingebaut und 2001 stellte der letzte große Flipperhersteller WILLIAMS seine Produktion ein.