Die großen Namen

Ab 1930 war im Mittelwesten Ray Moloney für GOTTLIEB als Gebietsvertreter tätig. Er war Mitinhaber der Lion Manufacturing Company, die eine große Nachfrage nach GOTTLIEB´s Baffle-Ball nicht befriedigen konnte. 1932 bekam er das nötige Startkapital zusammen und entwickelte Ballyho.

Ballyho war ein Blickfang. Das regenbogenfarbene Spielfeld zog die Menschen magisch an und um 16 USD verkaufte er diesen Apparat 75.000 mal. Um den Erfolg von Ballyho weiterleben zu lassen gründete Moloney anschließend die Bally Manufacturing Company. Vor 1940 kam das Gerät „Bumper“ am Markt, welche metallene Türme auf der Spielfläche hatte, welche einen Kontakt schlossen und damit konnte die Kugel Punkte zählen. In den 50-iger Jahren war BALLY nur mit einem einzigen Gerät vertreten. „Balls are Poping“ von 1956 ein 2-Mann-Flipper, der den Punktestand durch aufleuchtende Elemente der Transparentscheibe (Backglass) anzeigte. Erst 1963 stellte BALLY den nächsten Flipper vor.

Aufgrund einer Gesetzgebung 1951 wurde 1-Ball-Geräte u Auszahlungsmaschinen verboten und durch Bingo-Pinballs ersetzt.

Innovativ wurde man wieder in den 60-iger Jahren mit den Open Gate Feature sowie der Erfindung von Designer TedZale, welcher die Zipper-Flipper kreierte. Capersville war der erste BALLY-Hit nach dem Wiedereinstieg in das Flippergeschäft. Als Draufgabe gab es noch Multiball. Damit schlug Capersville alle damaligen Flipperrekorde, denn er wurde 5.000 mal erzeugt, statt der üblichen 2.000 Stück.

Mit dem Urzeitmotiv beim Four Million B.C. hatte BALLY den nächsten Hit und dieser wurde fortgesetzt mit dem tollen Fire Ball, welcher 1972 im Spielfeld eine eingearbeitete rotierende Scheibe hatte, damit die Kugel in verschiedenen Richtungen geschleudert wurde. Der Fire Ball II kam 1981 auf den Markt und war bereits ein elektronischer Flipper, ebenso wie der Fire Ball Classic, welcher 1985 auf den Markt kam. Der Fire Ball Classic war vom Design her von Doug Watson.

Die Popmusik hielt Einzug und BALLY setzte weitere Akzente mit Wizzard (Rockoper Tommy) auf der Scheibe war der WHO-Sänger Roger Daltrey und Ann-Margret. Der Hauptdarsteller Elton John wurde mit dem Captain Fantastic umgesetzt, welcher eine Spitzenauflage von 16.155 Stück hatte. Damit war die Ära der elektromechanischen Flipper abgeschlossen und es kamen die elektronischen Flipper. BALLY war bei den elektronischen Flippern Marktführer, produzierte als Erster Freedom und Night Rider.

Der Eight Ball war vom Spielfeldaufbau normal, hatte jedoch ein Memory (Speicher und dies per Spieler). Die berühmten BALLY-Designer waren Dave Christensen, Ted Zale und Christian Marche.

GOTTLIEB- Flipper

David GOTTLIEB stieg 1930 groß in das Geschäft mit den Kugelspielen ein. Er kaufte von der Bingo Novelleti Manufacturing Company die Rechte am Bingo. Sein erster Hit war Baffle Ball, welcher 1931 mehr als 50.000 mal verkauft wurde zu einem Stückpreis von 17,50 USD.

Ohne Flipper gab es für 1 Cent 7 Bälle in Zeiten tiefster Depression immer noch ein Anreiz ein Spiel zu wagen. Gottlieb verkaufte auch als einer der ersten seine Spiele über ausgewählte Gebietsvertreter mit festgelegten Verkaufsgebieten.

Der GOTTLIEB-Ingenieur Harry Mabs erfand mehr oder weniger durch Zufall die beweglichen Flipper. Im Kabelgewirr brachte er versehentlich 2 blanke Enden zusammen und der Bumper wurde ohne Kugelkontakte aktiviert. Dies war die Lösung – die Umsetzung ein Kinderspiel.

Im Oktober 1947 erschien Hompty Dumpty mit einer Anordnung von 3 Flipperpaaren auf dem Spielfeld. Über 6.500 Stück wurden schon produziert. Ab 1950 dürfte Gottlieb wohl die Nummer 1 in der Branche gewesen sein und Gottlieb sorgte auch für die ersten Attraktivitäten in den Spielfeldscheiben – Animated Backglasses.

GOTTLIEB setzte auch als Erster Zählwerke ein, statt dem Aufleuchten von Zahlen für die Punktestände. Ab 1960 brachte Gottlieb erstmals das „Add-a-Ball“ System heraus, mit welchem man zusätzliche Freikugeln gewinnen konnte.

Berühmte Gottlieb-Maschinen waren da Flipper-Parade, Flipper-Fair, Flipper-Clown und Flipper-Cowboy. The Spinner kam 1963 erstmals im Gottlieb-Gerät „Swing along“ im Einsatz.

1970 kam Snow Derby am Markt und hier wurde erstmals eine Bonusleiter eingesetzt, mit welcher man Punkte sammeln konnte.

1976 gab es bereits den „Spirit of 76“, welcher als Würdigung der 200 Jahr-Feier der USA auf dem Markt kam.

1984 ging der Rutsch soweit, dass man bei Columbia Pictures damals Inhaber von GOTTLIEB - beschloss die Spielabteilung und somit GOTTLIEB zu schließen.

Gil Pollak, einer der GOTTLIEB-Angestellten brachte Investoren zusammen und konnte die alte Crew für eine neue Pinball-Produktion unter dem Namen „Premiere Technologies“ zusammenführen.

WILLIAMS - Flipper

Der junge Kalifornier Harry WILLIAMS stieg vor 1930 ins Pinball-Geschäft ein.

Er war einer der ersten, der die Elektrizität in Form 6 V Batterien in die Spielkisten einbaute und damit bestimmte Spielfeldteile beleuchtete.

1933 brachte den „Kontakt“ heraus und in diesen Gerät war auf der Spielfläche eines der Löcher mit einem Kicker versehen, welcher mit Hilfe von Spulen mit Elektromagnet und Eisenkern die Kugel wieder in das Spielfeld katapultierte.

Harry WILLIAMS erfand auch den Tiltmechanismus. Das gefürchtete Tiltpendel hing im Zentrum eines Metallringes und schloss durch heftiges Schütteln einen Kontakt, welcher das Spiel blockierte.

1946 gründete er die Williams Manufacturing Coroporation.

1955 kam mit „Race the Clock“ der erste 4-Mann-Spieler von WILLIAMS heraus.

1960 setzte Williams erstmals die Drop Targets (versenkbare Ziele) ein.

In den 70-iger Jahren kam die Up Post von WILLIAMS und erstmals beim Hayburners II die 7,5 cm längeren Flipperarme zum Einsatz.

Sowie alle anderen Flipperhersteller bediente sich Williams dann berühmter Designer, wie Steve Kordek und Christian Marshe oder George Molendin ein.

1976 kam das Space Mission als Huldigung an das erfolgreiche Kopplungsmanöver einer amerikanischen und einer sowjetischen Raumfähre am Markt.
1979 setzte er mit dem Flipper Flash neue Sound-Akzente.
10 Jahre später 1989 hatten die Flipper schon Sprachchips eingebaut, zB beim Jokerz. 2001 schloss Williams die Pinball Produktion.